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Das Geheimnis der «Mur des je t'aime»: Warum wurde Ava Gardner entfernt?

Autorenbild: Klaus LintemeierKlaus Lintemeier

Im Herzen von Paris verbirgt die berühmte «Ich liebe dich»-Mauer ein faszinierendes Rätsel. Ihre Fassade dekoriert eine ikonische Silhouette, die der Künstler Jean-Marc Paumier (bekannt als Rue Meurt d'Art dort verewigte. Während viele Stadtführer darin Dalida oder Ava Gardner zu erkennen glauben, zeigt sie tatsächlich die legendäre Rita Hayworth in ihrer Paraderolle als Gilda aus dem gleichnamigen Schwarzweißfilm von Charles Vidor aus dem Jahr 1946.


Neben dem verführerischen Schattenriss findet sich eine ebenso enigmatische wie poetische Botschaft: « aimer c'est du désordre ... alors aimons! » («Lieben ist Unordnung ... also lasst uns lieben!»).


Doch hier beginnt das eigentliche Geheimnis: Rechts neben Hayworth zeichnet sich schemenhaft der Umriss einer weiteren, heute nicht mehr sichtbaren Frauengestalt ab. Die Anordnung lässt vermuten, dass die romantische Liebeserklärung ursprünglich zu dieser mysteriösen, nun verschwundenen Figur gehörte.


Diese subtilen Spuren einer Veränderung werfen faszinierende Fragen auf: Handelt es sich bei der entfernten Silhouette tatsächlich um Ava Gardner, wie einige Kenner vermuten? Und falls ja - warum wurde ausgerechnet ihre Gestalt von der Mauer getilgt, während Rita Hayworth bestehen blieb oder ergänzt wurde?


Seit Jahren suchen wir nach einer Antwort auf das Verschwinden von Ava Gardner von der «Mur des je t'aime» in Paris. Wir haben unzählige Freunde befragt, doch niemand konnte uns eine Erklärung geben. Selbst unsere direkte Anfrage an den Künstler blieb unbeantwortet. Dieses Verschwinden erscheint wie Magie - und dass niemand den Grund dafür kennt, macht es noch mysteriöser. Wer kann dieses Rätsel lösen? Wer kennt die wahre Geschichte hinter diesem rätselhaften Verschwinden?





Wandcollage von Ava Gardner durch den Künstler Rue Meurt d'Art alias Jean-Marc Paumier: Warum ist Ava Gardner entfernt worden?
Wandcollage von Ava Gardner durch den Künstler Rue Meurt d'Art alias Jean-Marc Paumier: Warum ist Ava Gardner entfernt worden?

Nun zur Mauer selbst


Im malerischen Montmartre verbirgt sich ein außergewöhnliches Kunstwerk, das Menschen aus aller Welt magnetisch anzieht: Le mur des je t'aime – die «Ich-liebe-Dich-Mauer». Was als romantische Vision des Pariser Sängers Frédéric Baron begann, entwickelte sich zu einem Symbol der universellen Sprache der Liebe.


Inspiriert von Jules Vernes «Reise um die Erde in 80 Tagen» startete Baron sein ambitioniertes Projekt zunächst mit der Idee, 80 verschiedene Versionen von «Ich liebe dich» zu sammeln. Diese Sammlung wuchs schließlich auf über 1000 Liebeserklärungen in verschiedenen Sprachen an.


Für die künstlerische Umsetzung gewann Baron die Kalligraphin Claire Kito, die seiner Sammlung durch ihre Handschrift eine besondere Ästhetik verlieh. Was ursprünglich als Papierkunst geplant war, transformierte sich durch die Zusammenarbeit mit dem Wandmalerei-Spezialisten Daniel Boulogne in ein monumentales Kunstwerk.


Seit dem Jahr 2000 schmückt die Liebeswand die östliche Fassade eines Wohnhauses am Place des Abbesses im Square Jean Rictus. Auf einer Fläche von 40 Quadratmetern (10 x 4 Meter) erstrahlen 311 schneeweiße Liebeserklärungen in 280 Sprachen und Dialekten auf 612 dunkelblauen, glasierten Lavafliesen. Jede Fliese im Format DIN A4 erinnert an die ursprünglichen Papierbögen von Barons Sammlung.


Zwischen den kalligraphischen Liebesbekundungen tanzen leuchtend rote Farbspritzer über die Wand – sie symbolisieren Fragmente gebrochener Herzen. In ihrer Gesamtheit fügen sich diese Splitter zu einem vollkommenen Herzen zusammen, als Sinnbild für die Kraft der Liebe, die alle Menschen vereint.


Heute ist die Mauer zu einem beliebten Treffpunkt für Verliebte aus aller Welt geworden. Paare suchen «ihre» Liebeserklärung in ihrer Muttersprache und verewigen den Moment mit Fotos. Die oberste Reihe der Wand bleibt bewusst unvollendet – als würde sie darauf warten, noch mehr Variationen der schönsten Worte der Welt aufzunehmen.



 
 
 

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